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Harmonisierung der Gebäudelabel für die Erreichung der Energie- und Klimaziele

Minergie, GEAK, SNBS Hochbau und 2000-Watt-Areale: Die Familie der Gebäudelabel wird neugestaltet. Die Trägerorganisationen und das Bundesamt für Energie haben am 17. März 2022 einen Vertrag unterzeichnet, der den Rahmen für die künftige Zusammenarbeit vorgibt. Neu soll nur noch eine Organisation für die Zertifizierung, Qualitätssicherung, Kommunikation und Weiterbildung zuständig sein. So werden Synergien geschaffen und die einzelnen Label gestärkt. Aus dem bisherigen 2000-Watt-Areal entsteht neu das Minergie-Areal und das SNBS-Areal.

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK, Minergie, der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS Hochbau des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS) und die 2000-Watt-Areale sind eigenständige Label. Sie werden vom Bund und den Kantonen respektive der Wirtschaft getragen. GEAK, Minergie und NNBS sind als Vereine organisiert. Das Label 2000-Watt-Areal ist ein Projekt von EnergieSchweiz, einem Programm des Bundesamts für Energie (BFE). Das oberste Ziel dieser Label ist es, einen Beitrag zu den Zielen der Energie- und Klimapolitik der Schweiz sowie der Strategie Nachhaltige Entwicklung zu leisten.

In einer Erklärung haben die beteiligten Vereine und Organisationen im April 2020 festgehalten, dass sie künftig zusammenarbeiten wollen. Nun haben sie dies in einem Vertrag konkretisiert, den die Trägerorganisationen und das BFE am 17. März 2022 unterzeichnet haben. Marc Mächler, Regierungspräsident Kanton St. Gallen und Präsident des Vereins Minergie äussert sich dazu:
«Nachhaltige Immobilien leisten einen grossen Beitrag zum Klimaschutz. Der Trend ist positiv, aber das Potenzial wird längst nicht ausgeschöpft. Durch eine Bündelung der Ressourcen in der Gebäudelabel-Familie können wir eine wesentlich höhere Wirkung erreichen. Die Label ergänzen sich, werden besser aufeinander abgestimmt und Bauherrinnen und Planende können sich leichter orientieren, welches Label ihren Bedürfnissen entspricht».

Nur noch zwei Labels für Gebäude und Areale

Mit der Zusammenarbeit verbunden ist auch eine Neugestaltung respektive Harmonisierung der Label. Künftig gibt es nur noch je zwei Label für Gebäude und Areale plus den Gebäudeenergieausweis (siehe Grafik im Anhang). Die bestehenden Kategorien der Label Minergie (Minergie, Minergie-P, Minergie-A, Minergie-Eco, Minergie-P-Eco und Minergie-A-Eco) bleiben erhalten. So werden der Marktauftritt und die Label-Abgrenzungen klarer.

Aus dem bisherigen 2000-Watt-Areal entstehen neu das Minergie-Areal und das SNBS-Areal. Das Produkt 2000-Watt-Areal wird ab dem 31.12.2023 nicht mehr angeboten respektive zertifiziert. Für bestehende 2000-Watt-Areale oder solche, die auf dem Weg zu einer Zertifizierung oder Re-Zertifizierung stehen, werden die neuen Label eine Anschlusslösung bieten.

Was wird sonst noch neu?

  • Die Energie- und Klimaberechnungen der Gebäudelabel werden harmonisiert (z.B. nur noch ein System für Gewichtungsfaktoren).

  • Eine einzige Betriebsorganisation sorgt für die Zertifizierung, Qualitätssicherung, Kommunikation und Weiterbildung der schweizerischen Gebäudelabel.

  • Ein übergeordnetes Koordinationsgremium der Label und des BFE wird eingerichtet.

  • Die Ansprechpersonen für die Kundschaft und die Organisation werden klar definiert, Synergien werden maximal genutzt, mit dem Ziel, mittelfristig selbsttragend zu sein.

Für Bauherren und Planende bringen diese Harmonisierungen wesentliche Vereinfachungen bei der Gebäude- und Arealplanung. Sie benötigen nur noch ein einziges Berechnungssystem.

Mit dem Zusammenarbeitsvertrag sind nun die Pflöcke für die konkrete Ausgestaltung eingeschlagen. Die Lancierung der angepassten Gebäudelabel und der beiden Areal-Label ist für Mitte 2023 geplant.


Für Rückfragen

Brigitte Mader, Kommunikation BFE,
+41 58 485 60 46, brigitte.mader@bfe.admin.ch


Direkte Kontakte für Rückfragen zu den Gebäudelabels Schweiz

Betriebsorganisation Deutsche Schweiz
Andreas Meyer Primavesi, +41 61 205 25 51, andreas.meyer@minergie.ch, andreas.meyer@geak.ch

Organisation Suisse Romande
Olivier Meile, +41 27 205 70 11, olivier.meile@minergie.ch, olivier.meile@cecb.ch

Organizzazione Svizzera Italiana
Milton Generelli, +41 91 290 88 12, milton.generelli@minergie.ch, milton.generelli@cece.ch

Das NNBS schafft eine klare Definition des nachhaltigen Bauens in der Schweiz und stellt hierfür Mess- und Steuerinstrumente zur Verfügung.

Broschüre «Landkarte Standards und Labels des nachhaltigen Bauens»

Das NNBS präsentiert in einer neuen Broschüre eine Übersicht über Standards und Labels, die in der Schweiz für das nachhaltigen Bauen relevant sind. Dazu gehören nationale Angebote wie Minergie, SNBS, 2000-Watt-Areal oder SméO, aber auch internationale wie BREEAM, LEED oder WELL. Die Publikation dokumentiert die Schwerpunkte dieser Standards und zeigt, wie umfangreich sie die Nachhaltigkeit abdecken. Ebenfalls verglichen werden beispielsweise der Anwendungsbereich bezüglich Gebäudetypen und Nutzungen oder die Abdeckung in den SIA-Phasen. Zudem liefern Faktenblätter zu jedem Standard detaillierte Informationen in kompakter Form. Die Broschüre soll Bauherrschaften, Investorinnen, Entwicklern und Planerinnen helfen, den passenden Standard oder das passende Label für Bauvorhaben zu finden.

 

Überarbeitetes KBOB-Faktenblatt zum SNBS Hochbau

Seit Ende Mai 2021 liegt das überarbeitete KBOB-Faktenblatt zum SNBS Hochbau vor. Die Überarbeitung in Zusammenarbeit mit dem NNBS wurde nötig, weil der SNBS Hochbau seit Anfang Jahr als Version 2.1 vorliegt. Ziel ist, den Bauherrschaften und Planenden öffentlicher und privater Hochbauten einen einfachen Einstieg in den SNBS 2.1 Hochbau zu ermöglichen. Dazu werden die wesentlichen Aspekte anhand von kurzen Texten und Grafiken vorgestellt sowie die wichtigsten Hilfsmittel präsentiert.

Das neue Faktenblatt kann auf hier kostenlos heruntergeladen oder auch in gedruckter Form bezogen werden.

Nachhaltigkeit in Sondernutzungsplanungen

Für die Anwendung vom SNBS 2.1 Hochbau in der Sondernutzungsplanungen steht ein neuer Leitfaden zur Verfügung. Er wurde vom Runder Tisch Energie + Klima in St. Gallen zusammen mit dem NNBS ausgearbeitet und parallel an einem Bauprojekt getestet. Der Leitfaden zeigt an welchen Stellen Verknüpfungen zwischen dem SNBS und der Sondernutzungsplanung möglich und auch sinnvoll sind.

Das NNBS stärkt die Zusammenarbeit von Wirtschaft, öffentlicher Hand, Bildung, Politik und Wissenschaft.

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