Erfolgsfaktoren für nachhaltige Abwasseranlagen
Die Stadt Wil, die Gemeinden Jonschwil und Zuzwil sowie der Abwasserverband Uzwil betreiben heute vier eigene Kläranlagen. Weil diese das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen, an der Kapazitätsgrenze stehen und teilweise neu auch Mikroverunreinigungen entfernen müssen, werden sie durch eine gemeinsame, regionale ARA am Standort Niederuzwil ersetzt. Die geplante ARA Thurau ist auf 130’000 Einwohnerwerte ausgelegt und langfristig auf 180’000 erweiterbar. Der Baustart ist für Anfang 2027 vorgesehen, die Vollinbetriebnahme für 2033; das Investitionsvolumen beträgt rund 200 Millionen Franken.
Die Bauherrschaft liess das Generationenprojekt nach Ende Vorprojekt sowie nach Ende Bauprojekt nach SNBS-Infrastruktur über alle drei Nachhaltigkeitsdimensionen beurteilen – als Steuerungs-, Beurteilungs- und Kommunikationsinstrument. Zwei Bewertungsrunden dokumentierten den Fortschritt: von 0,9 auf 1,3 Punkte, die Punktezahl stieg von 66 auf 94. Dabei stechen besonders die Weiternutzung grosser Teile der Infrastruktur der bestehenden ARA-Standorte und ein intelligentes Zusammenspiel von ARA und vorgelagertem Kanalnetz heraus, das zu geringeren Bauvolumen und einer kompakten Anlage führt. Konkret sinkt die versiegelte Fläche trotz 50 % mehr Kapazität von 0,35 m² auf 0,11 m² pro Einwohnerwert und der Leitungsbau wird auf zwei Dritteln der Strecke mit Strassenbauprojekten gebündelt. Bei der neuen Anlage wird Wert auf den Einsatz natürlicher Baustoffe, auf erneuerbare Energieerzeugung und naturnahe Aussenräume gelegt. Das Fazit der Beteiligten: Für Nachhaltigkeit ist es nie zu spät.