Dialog Nachhaltige Infrastruktur

Der SNBS-Infrastruktur hat definitiv Fuss gefasst

Den Dialoganlass zum SNBS-Infrastruktur verfolgten dieses Jahr mehr als vierzig Teilnehmende aus der ganzen Schweiz. Die vorgestellten Projekte liessen erkennen, dass der Umgang mit dem Standard viel vertrauter geworden ist und das Bewusstsein seiner Vorteile stark zugenommen hat. Der «Dialog» dürfte damit laufend interessanter werden. Nächstes Jahr findet er am 19. Mai 2027 wiederum in Bern statt.

Nach einem Grusswort von Guido Biaggio, Vizedirektor des ASTRA und neu Vizepräsident des NNBS, wurden wie auch in den Vorjahren drei Projekte vorgestellt, bei denen die Nachhaltigkeit mithilfe des SNBS-Infrastruktur bewertet und beurteilt worden war.

Die A21 führt von Martigny zum Grossen St. Bernhard. Im Projektperimeter überwindet sie 1450 Höhenmeter und ist aufgrund ihres alpinen Charakters reich an Kunstbauten. Das ASTRA bearbeitet die Nachhaltigkeit im Rahmen eines Pilotprojekts unter Einbezug zahlreicher Beteiligter und mit Unterstützung von Spezialistinnen seitens BHU (OPAN concept SA) und Projektverfasserin (Emch+Berger AG). Dies zum einen detailliert für die einzelnen Massnahmen an den rund 40 untersuchten Brücken, Stützmauern und Schutzbauten und zum andern für das globale Erhaltungskonzept über den ganzen Projektperimeter. Der SNBS-Infrastruktur ist bei der Beschaffung Teil des Pflichtenhefts, um den Anbietenden auch als Inspirationsquelle zu dienen. Im Rahmen des Projekts überprüft das ASTRA laufend die Komplementarität der SNBS-Kriterien mit der eigenen Strategie, um für künftige Projekte Lehren daraus ziehen zu können. Dabei wird auch untersucht, welchen Mehrwert die Anwendung des Standards erbringt.

Das Projekt «Neuer Bahnhofplatz Olten» umfasst die Neugestaltung des Bahnhofplatzes, eine bessere Erschliessung des Bahnhofs und die Aufwertung des Aareraums. Die für die Nachhaltigkeit Zuständigen von B3 waren schon beim Bahnhof Wil SG involviert und haben ihr damals angewandtes System weiterentwickelt. Da der Hebel bezüglich Nachhaltigkeit umso grösser ist, je frühzeitiger man ihn einsetzt, wurden schon im frühen Projektstadium alle ins Auge gefassten Massnahmen optimiert und definiert, um von allem Anfang an beispielsweise den Materialaufwand zu reduzieren oder künftige Umnutzungen zu ermöglichen. Das dabei verfolgte Ziel eines stetigen Lernzyklus, bei dem erprobte Massnahmen immer wieder verbessert werden, widerspiegelt sich in den ambitionierten Zielen: Praktisch überall wurde als Soll die Note 2 definiert.

Bei den Abwasserreinigungsanlagen (ARA) geht der Trend hin zu grösseren Anlagen, was sich auch in der geplanten Zusammenlegung von vier ARA zur neuen ARA Thurau zeigt. Beim ersten Vorprojekt war die Nachhaltigkeit noch kein Thema gewesen, doch der Geschäftsführer der neuen ARA änderte dies. Hatte eine erste Bewertungsrunde nach SNBS-Infrastruktur bei einem Zielwert von 1,6 noch die Note 0,9 ergeben, führten die zusammen mit der Hunziker Betatech AG identifizierten Handlungsfelder und Schwerpunktthemen zu Optimierungsmassnahmen, die in einer zweiten Bewertungsrunde in einem Ist-Wert von 1,3 mündeten. Das Fazit lautete denn auch, dass der SNBS-Infrastruktur das ARA-Projekt trotz des späten Einstiegs messbar verbessert habe. Und zwar in seiner Wirkung als Steuerungs- und Kommunikationsinstrument oder auch als Checkliste zur Kontrolle der Vollständigkeit.

Nach der Pause stellte Erdjan Opan von OPAN concept SA die Neuerungen der Version 1.1 des SNBS-Infrastruktur vor, die am 10. März 2026 freigeschaltet worden war. Um Ideen und Meinungen für weitere Verbesserungen des Standards zu sammeln, stellte Stephan Wüthrich, Technischer Sekretär des SNBS-Infrastruktur, dem Publikum anschliessend mehrere Fragen zu dessen Nutzung, wobei die Antworten über ein interaktives Tool gleich für alle ersichtlich wurden. Der folgende Austausch und die Diskussion unter den Teilnehmenden stellten wie immer einen wesentlichen Teil des «Dialogs» dar.

Verglichen mit der ersten Durchführung des «Dialogs» war besonders auffällig, in welchem Mass sich die vorgestellten Projekte konkretisiert haben. Die Erfahrung im Umgang mit dem Standard und das Bewusstsein bezüglich des Mehrwerts, den er erbringt, haben eindeutig zugenommen. Dass dies seine Berechtigung hat, zeigte auch der Hinweis von Erdjan Opan auf die Nachkalkulation der Sanierung des «Tunnel de la Clusette» im Kanton Neuenburg. Den Honorarkosten von 80’000 Franken für die Nachhaltigkeitsbegleitung standen letztlich Einsparungen von 1,5 Mio. Franken gegenüber.

Bilder

Eckdaten

Datum

07.05.2026

Zeit

14:15 - 17:00 Uhr

Ort

Welle 7, Bern

Präsentationen

Träger

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