Das Projekt der Ostumfahrung von La Chaux-de-Fonds veranschaulicht konkret, wie die nachhaltige Entwicklung im Einklang mit dem Indikator G 2.4.4 «Verantwortliche Beschaffung» des SNBS-Infrastruktur in das öffentliche Beschaffungswesen integriert werden kann. Diese Dynamik wird in der Version 1.1 des SNBS-Infrastruktur, der in Kürze veröffentlicht wird und diesem Thema ein eigenes Kapitel widmet, noch verstärkt zur Geltung kommen.
Ein wegweisendes Projekt, das ab Phase 32 vom SNBS-Infrastruktur begleitet wird
Das vom Tiefbauamt des Kantons Neuenburg durchgeführte Projekt besteht aus einer etwa 3,7 km langen Umfahrungsstrasse, die den Durchgangsverkehr in der Innenstadt von La Chaux-de-Fonds reduzieren wird. Das Hauptbauwerk, der Tunnel des Arêtes, ist eine 1154 m lange zweispurige Röhre, die die Stadtteile Bas-du-Reymond und Près de la Ronde verbindet. Das Projekt umfasst auch mehrere Kunstbauten, eine Zufahrt, Unterführungen und Oberflächenanlagen (Kreisverkehre, Stützmauern, Rückhaltebecken).
Das Projekt wurde als Pilotprojekt des Neuenburger Klimaplans ausgewählt und wird seit Phase 32 kontinuierlich vom SNBS-Infrastruktur begleitet. Dieser Ansatz ermöglichte es, das Projekt auf mehr Nachhaltigkeit auszurichten, insbesondere durch:
- Stromerzeugung mit Photovoltaik bei den Portalen,
- Optimierte elektromechanische Anlagen zur Minimierung des Energieverbrauchs,
- Integration eines Testabschnitts für die thermische Aktivierung des Tunnels,
- Optimiertes Materialmanagement, um die Wiederverwendung zu maximieren,
- Gezielte Massnahmen zur Reduktion der CO₂-Emissionen.
Wenn öffentliche Aufträge zum Hebel für den Klimaschutz werden
Der Bauherr wollte noch einen Schritt weiter gehen und diese Bestrebungen direkt in die Ausschreibung für den Tunnelbau einfliessen lassen. So wurde ein quantitatives Zuschlagskriterium mit einer Gewichtung von 15 % eingeführt, das sich ausdrücklich auf die Emissionen bezieht – ein Ansatz, der die Absichten des am 01.01.2021 in Kraft getretenen BöB konkretisiert.
Dieses Kriterium zielt auf die drei emissionsstärksten Punkte der vorläufigen CO₂-Bilanz (ca. 53’000 t CO₂eq) ab: Beton, Stahl und Baumaschinen.
Ergänzend dazu enthält die Ausschreibung Mindestanforderungen, eine Überwachung während der Ausführungsphase, ein Bonus-Malus-System (das eine Tonne CO₂ mit 250 Franken bewertet) sowie spezifische Vertragsbestimmungen zur nachhaltigen Entwicklung.
Ein sehr ermutigendes Ergebnis und wichtige Erkenntnisse für die Zukunft
Der Bauherr, die Projektverfasser und der Experte für nachhaltige Entwicklung, OPAN concept SA, die diesen Ansatz vorangetrieben haben, berichten von einem positiven Feedback zur Ausschreibungsphase: Nicht nur dürfte das Zuschlagskriterium eine Reduktion der CO2eq-Emissionen um 4650 Tonnen ermöglichen, sondern die Arbeiten, die in diesem Jahr beginnen werden, konnten auch termingerecht und kostengünstig vergeben werden.
In den kommenden Monaten und Jahren wird sich zeigen, wie wirksam die vorgesehenen Kontrollmechanismen und das Bonus-Malus-System sind.